Das Tagesmenue: Menu del dia

Hier einige "Insider-Informationen" zum Thema

 

Das Tagesmenue: 
"Menu del dia" bzw. "Menu diari"

Gerade bei unserem letzten Mallorca-Aufenthalt haben wir sie wieder beobachtet - die Touristen, die sich zwar vom Strand und den touristischen Lokalen mit relativ teuren
Preisen auch schon einmal wegbewegen, in den mallorquinischen Restaurants im Landesinneren dann aber doch etwas hilflos am Tisch sitzen, leicht verwirrt die Tische
mit den vielen Tellern im Umkreis betrachten undetwas verschüchtert dann lieber aber doch die ganz normale Speisekarte bestellen ...

 

FALSCH, 
aber: Auch wir haben genauso angefangen !!!


Wissen sollten Sie nämlich, daß Sie eigentlich hinsichtlich Preis-/Leistungsverhältnis mittags (also ca. zwischen 13 und 16 Uhr) gar nicht besser essen können als mit einem Tagesmenü: In vielen Restaurants (gerade auch außerhalb der Touristenbereiche) erhalten Sie für wenig Geld Vor-, Haupt- und Nachspeise zu einem Preis von ca. 7,- bis 10,- EURO je nach Lokal! Wobei aber immer mindestens jeweils zwei Vor-, Haupt- und Nachspeisen zur Auswahl stehen. Und da fast immer auch noch Wasser und Wein "incluido" ist, ist das ganze wirklich kein großes (preisliches) Risiko, auch wenn einem persönlich das Gericht einmal nicht so recht schmecken sollte (die Qualität des Essens ist ansonsten jedoch grundsätzlich sehr gut).

Wir selbst haben hier eigentlich immer nur äußerst positive Erfahrungen gemacht, und richtig voll, rummelig, lautstark und typisch mallorquin war's auch ...

Vergleichen Sie auf alle Fälle einmal die Preise und die Qualität mit denen der Strandrestaurants in den Touristikorten! Allerdings: Currywurst und Hamburger werden Sie in den typisch-mallorquinischen Restaurants nicht finden, und Pizza nur hin und wieder!!!

 

 

 

Gewußt was - in 45 Minuten

"De primero tenemos revuelto con esparragos (Als Vorspeise gibt es Rührei mit Spargel)", sagt die Kellnerin und liest dabei die insgesamt acht Gerichte vom Notizblock ab. Die Entscheidung des Gastes muss schnell fallen und komplett sein. Alle drei Gänge in einem Augenblick bestellen, im nächsten anfangen zu essen, Kaffee oder Dessert kommen hinterdrein. Der Standardpreis ist gleich bezahlt, der Tisch wird frei und die nächsten Gäste nehmen Platz. 45 Minuten dauert das Ganze und nennt sich "Menu del dia".

Es wurde von Francos damaligem Minister Manuel Fraga in den wachsenden Großstädten per Gesetz verordnet: Restaurants mit bürgerlicher Küche mussten Arbeitern und Angestellten in der Nähe des Arbeitsplatzes ein günstiges, warmes Mittagessen servieren - sie sollten nicht am Arbeitsplatz ein Brötchen verschlingen müssen.

Das System hat sich bis heute gehalten, man kann ihm heute sogar einen gewissen kulturellen Wert zuschreiben. In Zeiten von Fast Food erlebt das warme, gutbürgerliche Mittagessen einen Aufschwung, eine Modernisierung und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Wenngleich es Vorbehalte, besonders unter Ausländern, gibt: Das Essen der Mittagsmenues sei zu üppig, mache dick und habe außerdem schlechte Qualität. In manchen Restaurants in Gewerbeparks, an Durchfahrtsstraßen oder nahe ländlichen Betrieben mag das stimmen. Dort denken die Küche noch immer an körperlich hart arbeitende Männer, wenn sie die Gerichte zusammenstellen. In den städtischeren Vierteln, neben Bürotürmen oder nahe der Einkaufsstraßen, denkt man dagegen in der Küche an Kleidergröße 38, sitzende Berufe und gesundheitsbewusste Gäste.

Wer will, kann sich auch mit einem Drei-Gänge-Menue gesund und kalorienarm ernähren", sagt Xisco Llord, Koch und Dozent an der Hotelfachschule der Balearen-Universität. Denn jedes Restaurant sollte unter den üblicherweise drei Vor-, drei Haupt- und zwei Nachspeisen mindestens ein vegetarisches Gericht, eine Suppe und einen Salat anbieten. Die kann der figurbewusste Gast mit ein bisschen Selbstdisziplin wählen. Trotzdem: Llord gibt den Skeptikern teilweise recht. Eines der Probleme des Mittagsmenues ist es, dass man mehr isst als nötig, denn man muss es sich ja nicht selbst zubereiten. Oder essen sie zu Hause immer Nachtisch?", fragt er. Dazu kommt, dass die als sehr gesund beworbene mediterrane Küche - wenig tierische Fette, viel Obst und Gemüse, Rotwein und Olivenöl - auch Schwachpunkte hat: Während im Norden Europas gerne kalorienarm gekocht und gegart wird, frittiert, brät und grillt man im Süden gerne. Dass dabei viel minderwertiges Pflanzenfett benutzt und tierisches Fett am Fleisch dranbleibt, ist kein Geheimnis.

Doch ein Mentalitätswandel unter den Küchen sei in Sicht, sagt Llord. Eine Biologin unterrichtet die Studenten der Hotelfachschule in angewandter Ernährungslehre". Die Schüler lernen außerdem, magenschonende, salzarme oder vegetarische Vollwertgerichte zuzubereiten, weil das gerade in den Hotels immer öfter verlangt wird". Die Zeiten, in denen sensible Gäste gekochten Reis mit gedünstetem Apfel oder Hühnerbrühe essen mussten, sind vorbei.  

 

( Von Brigitte Kramer/ Mallorca Zeitung / November 2005 )

 

 

Einige weitere Tipps hinsichtlich persönlicher Restaurant-Erfahrungen

im Norden Mallorcas finden Sie unter
Restaurant-Tipps

 

 

 


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